Bibliothek fĂŒr Gestaltung

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Fachbereiche

Architektur
Die Sammelschwerpunkte dieses Fachbereichs liegen im Zeitraum des ausgehenden 19. Jahrhunderts bis in die Gegenwart. Architekten-Monografien, Architekturtheorie oder BildbĂ€nde zu GebĂ€udetypen gehören ebenso zum ausgesuchten Buchbestand wie Publikationen zu Industriearchitektur oder StĂ€dtebau. Die beachtliche Auswahl abonnierter Architekturzeitschriften ermöglicht einen ausgezeichneten Überblick zum aktuellen Geschehen.

Buch-, Schrift-Gestaltung und Typografie
Schrift- und Buchgeschichte, Kalligrafie, Schriftmusterkataloge sowie typografische BildbÀnde, ausgerichtet auf klassische wie neue Medien.

Computergrafik CAD
Webdesign, Dreidimensionale Computergraphik etc.

Design
Produktegestaltung in Theorie und Praxis, Geschichte und Gegenwart ist ein Hauptsammelbereich der Bibliothek: Historisch ausgerichtete Publikationen zu den AnfĂ€ngen des Designs im 19. Jh., zu Werkbund, Bauhaus, der Guten Form bis hin zu den neusten Designtrends. Umfangreich ist zudem die Literatur zu verschiedenen Themenschwerpunkten und Einzelfragen: beispielsweise ĂŒber den Zusammenhang von Form und FunktionalitĂ€t, ĂŒber Corporate Design, Einsatzmöglichkeiten des Computers im Design, ĂŒber Designutopien oder einzelne Designer und LĂ€nder.

Farbe und Form
Farbgestaltung in Theorie und Praxis, Farbsysteme in Architektur, Kunst und Wissenschaft.

Fotografie
Geschichte, Theorie und praxisorientierte Literatur: Architekturfotografie, Aufnahmetechnik, Bildgestaltung, Digitale Fotografie, Dokumentarfotografie, Experimentelle Fotografie, Fotokonservierung, Fotomontage, PortrÀtfotografie, Polaroidfotografie, Pressefotografie, Reisefotografie, Werbefotografie, wissenschaftliche Fotografie und viele weitere Themenbereiche sowie BildbÀnde und Monografien zu einzelnen Fotografinnen und Fotografen.

GrĂŒnplanung
Mit der integrierten Stiftung Gartenbaubibliothek bilden wichtige Bereiche der GrĂŒnplanung wie Gartengeschichte, Landschaftsarchitektur, Freiraum- und Stadtplanung oder KĂŒnstlergĂ€rten wesentliche Sammelschwerpunkte.

Innenausbau/Architektur
Planung und Gestaltung von BĂŒro- und ArbeitsrĂ€umen, LĂ€den, MessestĂ€nden, von öffentlichen InnenrĂ€umen oder Wohnbereichen.

Japanische Aesthetik
Die spezielle BerĂŒcksichtigung japanischer Gestaltungsprinzipien innerhalb unserer Fachbereiche hat Tradition, denn die japanische Ästhetik beeinflusst in vielfĂ€ltiger Weise und zunehmendem Masse alle westlichen Gestaltungsbereiche.

Kunst und Kunsterziehung
Lexika und Standardwerke zu allen kunsthistorischen Epochen, kunsttheoretische und kunstphilosophische Literatur sowie Monografien und Ausstellungskataloge mit einem Sammelschwerpunkt in zeitgenössischer Kunst.

Kunsthandwerk und -Gewerbe
Innerhalb dieses Bereiches finden Sie einen beachtlichen Literaturbestand zu kunsthandwerklichen Berufen und Techniken, die heute immer weniger oder gar nicht mehr ausgeĂŒbt werden, dabei ist gerade auch auf den grossen historischen Bestand berufsbildender Literatur zu Gewerbe und Technik zu verweisen.

Mode, Kleidung, Textildesign und Schmuck
Ob Jeans oder Haute Couture, klassische oder avantgardistische Kleidung: Die zahlreichen Modeströmungen und -designer, die neusten Trends wie auch Geschichte und Wertewandel der Alltagskleidung und Mode finden in prĂ€chtigen BildbĂ€nden und theoretischen Reflexionen ihre umfassende Darstellung. Ebenso wird der Bereich Schmuckgestaltung – von kostbaren Juwelen bis hin zum trendigen Modeschmuck – in Geschichte und Gegenwart anschaulich dokumentiert.

Neue Medien und Medientheorie
Fotografie, Filmgeschichte, -theorie, Fernsehgeschichte, Videokunst.

Visuelle Kommunikation, Werbung und Gebrauchsgrafik
Mit einem vielfĂ€ltigen Literaturangebot – mit BildbĂ€nden, JahrbĂŒchern und Zeitschriften – ist dieser wichtige und seit jeher gepflegte Sammelschwerpunkt besonders gut dotiert.

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Spezialsammlungen

Sammlung mit Architekturtraktaten
VorlagebĂŒchern und Bauliteratur aus dem 16. bis 20. Jh.

Buch- und Schreibmeistersammlung
mit Beispielen frĂŒher Schrift- und Buchgestaltung

Sammlung HandeinbÀnde von Ignatz Wiemeler
aus dem Legat Richard Doetsch-Benziger

Typographische Vorbildsammlung
von Jan Tschichold

Kunstgewerbliche und -historische Vorbildsammlung
um 1900 angelegte Sammlung von Abbildungen mit Meisterwerken aus den Bereichen Malerei, Skulptur und Plastik, Architektur und Kunstgewerbe


Schlaglichter


Sammlungsschwerpunkt «Neues Bauen»

Innerhalb des Schwerpunkts Architektur und StĂ€dtebau verfĂŒgt die Bibliothek fĂŒr Gestaltung ĂŒber eine erlesene Auswahl an Originalpublikationen aus der Zeit des Neuen Bauens. BĂŒcher dieser Zeit sind rar, zumal sie im Nationalsozialismus und Zweiten Weltkrieg stark dezimiert wurden.

Der Bestand offenbart ein Nebeneinander von progressiven, konservativen und moderaten Tendenzen, die sich nicht nur auf den europĂ€ischen Raum beschrĂ€nken, sondern auch direkte Vergleiche mit japanischer oder amerikanischer Architektur und Neuem Bauen zulassen. Wir erhalten einen breiten Einblick in kontrĂ€re Strömungen zu einer Zeit, als sich die Moderne gegenĂŒber hartnĂ€ckigen Historismen und Traditionalismen behaupten musste.

Die BĂŒcher aus den 1920er und 1930er Jahren ermöglichen eine authentische Übersicht zu Architektur und StĂ€dtebau des Neuen Bauens. Über Theorien und stĂ€dtebauliche Innovationen der KoryphĂ€en hinaus erfahren wir viel ĂŒber die konkrete Innenausstattung der GebĂ€ude — sei es im Design von TĂŒrklinken, SchirmstĂ€ndern, Steckdosen oder Zigarrenablagen. Greifbar wird dies in GrundrissplĂ€nen, Ausstellungs- oder Produktkatalogen.

Die neuen GebĂ€udetypen des 20. Jahrhunderts, beispielsweise die Architekturen der VergnĂŒgung wie Kinos oder KaufhĂ€user, leben in zeitgenössischen Vorlagenpublikationen wieder auf. Hier zeigt sich zudem der neuartige Verbund von Fotografie und Architektur. Etliche Publikationen enthalten Fotografien von hoher QualitĂ€t, welche diese BlĂŒtezeit der modernen Architektur anschaulich dokumentieren. In Erich Mendelsohns aufwendiger Monographie Amerika — Bilderbuch eines Architekten (1926) aus dem Mosse-Verlag stammen die Fotografien gar vom Autor persönlich.

Aus der Vielzahl der Originalausgaben seien nur ein paar genannt, um Appetit auf mehr zu machen. Manche Titel verleiten bereits zum Schmunzeln, bevor sich das Innenleben des Buches offenbart: So provoziert Otto Völckers Wohnbaufibel von 1932 scherzhaft mit dem Zusatz FĂŒr AnfĂ€nger und solche, die glauben es nicht mehr zu sein — sozusagen Neues Bauen fĂŒr alte Hasen.

Namhafte internationale Architekten der Epoche sind mit teilweise einflussreichen Monografien vertreten. Hier ist besonders Le Corbusier zu erwĂ€hnen, der 1927 zusammen mit seinem Vetter und Kollegen Pierre Jeanneret die FĂŒnf Punkte zu einer neuen Architektur proklamiert. Kaum ein Jahr spĂ€ter zeichnet Bruno Taut die Entwicklung des Neuen Wohnbaus im deutschsprachigen Raum nach. Prominenz erlangte auch die Schriftenreihe der BauhausbĂŒcher (1925–29), herausgegeben von Walter Gropius und LĂĄszlĂł Moholy-Nagy, in der sich die BauhĂ€usler zu ihrem Schaffen und den Kunsttheorien ihrer Zeit Ă€ussern. Auch die originalen Ausstellungskataloge zur ersten modernen Mustersiedlung in Stuttgart (1927) oder der spĂ€teren Werkbundsiedlung in Wien (1932) gehören zum Bestand und werden ergĂ€nzt durch einflussreiche Zeitschriften wie Das neue Frankfurt (1926–31) oder ABC − BeitrĂ€ge zum Bauen (1924–28). Die Amsterdamer Zeitschrift der gleichnamigen Architektengruppe De 8 en opbouw (1932–43) zum nieuwe bouwen ist als Reprint ausleihbar.

Besonders bemerkenswert sind auch Typografie und Layout der BĂŒcher, deren formale Courage in ihrer Zeit verankert ist und die Intention ihrer Verfasser verrĂ€t: Die Leser fĂŒr die Avantgarde des Neuen Bauens zu gewinnen. Die Buchgrafik greift das Corporate Design ihrer Protagonisten auf, dessen ModernitĂ€t selbst Augen des frĂŒhen 21. Jahrhunderts staunen lĂ€sst.

Auch diese raren BestĂ€nde sind bereits vollstĂ€ndig digital katalogisiert. Die Benutzer werden jedoch um besonderes VerstĂ€ndnis fĂŒr die eingeschrĂ€nkten Ausleihoptionen gebeten, die helfen sollen, den Bestand dieser Zeit langfristig erhalten zu können. Sie können die Exemplare im Lesesaal sichten oder zum Teil auch als Reprints von hoher QualitĂ€t ausleihen.

Defekte Exemplare gelangen rechtzeitig in fachkundige HĂ€nde, um ihren Originalzustand zu bewahren. Denn den Mitarbeiterinnen der Bibliothek fĂŒr Gestaltung ist es eine Herzensangelegenheit, fĂŒr den zukĂŒnftigen Erhalt der internationalen Originalausgaben aus der Zeit des Neuen Bauens — und nicht nur fĂŒr diese — grösste Sorge zu tragen.


Sammlungsschwerpunkt «Neues Sehen»

Die Augen, noch im Gewohnten befangen, mĂŒssen umlernen. Und sie werden es. Schneller vielleicht, als mancher glaubt. Denn die Tatsachen wollen es und das Leben selbst. 
(Hans Hildebrandt 1927)

Innerhalb des Schwerpunkts Visuelle Kommunikation und Fotografie kann die Bibliothek fĂŒr Gestaltung bemerkenswerte Publikationen aus den 1920er und 1930er Jahren vorweisen. Originalausgaben aus der Zeit des Neuen Sehens und der Neuen Sachlichkeit sind heute selten, nicht zuletzt weil sie im Nationalsozialismus und Zweiten Weltkrieg stark dezimiert wurden.

Es kommt der neue Fotograf! Werner GrĂ€ffs Publikation von 1929 drĂŒckt unmissverstĂ€ndlich aus, welch immenser Wandel sich im noch jungen Medium der Fotografie vollzieht. Die radikale Erneuerung der Wahrnehmung bricht mit den vertrauten Sichtweisen der Zeitgenossen. Noch im 21. Jahrhundert bleibt die ModernitĂ€t ihrer Werke in BĂŒchern aus dieser Zeit nachvollziehbar. Der experimentelle Charakter der Fotografie wird spĂŒrbar.

Zugleich veranschaulicht der Bestand die InternationalitĂ€t des Neuen Sehens und ruft Avantgarde-KĂŒnstler wie zum Beispiel LĂĄszlĂł Moholy- Nagy oder El Lissitzky in Erinnerung, die mit Monographien vertreten sind. Eine kleine Auswahl an bemerkenswerten Publikationen beschĂ€ftigt sich mit dem noch jungen Medium Film. Die Zeitschriften Photographie (1930–47/Reprint) oder Das deutsche Lichtbild (1927–38) ergĂ€nzen den Bestand.

BĂŒcher zum Thema Typografie greifen mitunter ihre eigene Buchgrafik auf: Inhalt und Form verbĂŒnden sich zur gemeinsamen Eroberung des Lesers.

Auch diese raren BestĂ€nde sind bereits vollstĂ€ndig digital katalogisiert. Die Benutzer werden jedoch um besonderes VerstĂ€ndnis fĂŒr die eingeschrĂ€nkten Ausleihoptionen gebeten, die helfen sollen, den Bestand dieser Zeit langfristig erhalten zu können. Sie können die Exemplare im Lesesaal sichten oder zum Teil auch als Reprints ausleihen.

Defekte Exemplare gelangen rechtzeitig in fachkundige HĂ€nde, um ihren Originalzustand zu bewahren. Denn den Mitarbeiterinnen der Bibliothek fĂŒr Gestaltung ist es eine Herzensangelegenheit, fĂŒr den zukĂŒnftigen Erhalt der internationalen Originalausgaben aus der Zeit des Neuen Sehens — und nicht nur fĂŒr diese — grösste Sorge zu tragen.

Bibliothek fĂŒr Gestaltung Basel
Freilager-Platz 2
4142 MĂŒnchenstein

Mirjam Brodbeck
Leitung
bibliotheksfgbasel.ch
T +41 61 267 45 00