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Revolutionäre der Typographie - Ausstellung vom 8. Mai bis 17. Juni 2022

Im Fokus der Ausstellung steht die «Vorbilder-Sammlung» des deutsch-schweizerischen Buch- und Schriftgestalters Jan Tschichold (1902-1974). Er gehört zu den bedeutendsten Designern der Moderne und gilt als Vorreiter des funktionalen Grafikdesigns – der sogenannten Neuen Typographie. Teile seines Nachlasses sind in weltberĂĽhmte Sammlungen eingegangen und finden sich unter anderem im MoMA in New York und im Victoria and Albert Museum in London. 

Vom 8. Mai bis zum 17. Juni 2022 ist nun im Ausstellungsraum der Schule fĂĽr Gestaltung Basel eine persönliche Kollektion Tschicholds mit typografischen Musterbeispielen aus der Zwischenkriegszeit zu sehen: Innerhalb eines europäischen Netzwerks der Avantgarde zusammengetragen, enthält sie kleinformatige Drucksachen von berĂĽhmten Gestaltern aus dem Bauhaus-Umfeld wie LászlĂł Moholy-Nagy und Herbert Bayer - oder von KĂĽnstlern wie Kurt Schwitters und El Lissitzky, um nur ein paar Namen zu nennen, allesamt Pioniere des modernen Grafikdesigns.  Die Original-Dokumente machen die Aufbruchsstimmung dieser Epoche greifbar.

Neben seiner Arbeit als Gestalter war Jan Tschichold als Autor und Lehrer tätig. Seine Veröffentlichungen machten ihn als Typografie-Theoretiker berühmt. 1925 verfasste er das Manifest zur «elementaren typographie», das heftig umstritten war und in der gestalterischen Welt jener Zeit ein mittleres Erdbeben auslöste. Die Ausstellung «Revolutionäre der Typographie» positioniert den Theoretiker Jan Tschichold im Zentrum seiner eigenen Sammlung: Zur Illustration seiner Publikationen, die bis heute als Standardwerke nachwirken, griff er auf Gebrauchsgrafik zurück, auf Broschüren, Kleinplakate, Briefköpfe, Visitenkarten und Anzeigen. Er präsentierte diese Dokumente aus den Ateliers seiner namhaften Gestalter-Kollegen als «Best-Practice-Beispiele» und setzte sie auch in der Lehre ein.

Die von Linda Wößner kuratierte Ausstellung ermöglicht erstmals ein Studium der Originale, die in Tschicholds Büchern meist nur in schwarz-weiss oder in stark veränderter Farbgebung abgebildet sind. Ergänzend zur Tschichold-Sammlung der Bibliothek für Gestaltung sind Objekte aus dem Bestand der Plakatsammlung Basel zu sehen. So weitet sich der Blick auf ein Netzwerk von 45 Gestaltern und auf ein Kapitel der europäischen Avantgarde, das den «Swiss Style» der Nachkriegszeit unmittelbar beeinflusste.

Die Ausstellung bildet den Abschluss eines Kooperationsprojekts der Bibliothek für Gestaltung Basel und der Universität Erfurt. Mit dem Ziel, die Vorbilder-Sammlung von Jan Tschichold einem breiten Publikum bekannt sowie der Forschung besser zugänglich zu machen, wurden alle rund 1500 Objekte digitalisiert und in swisscovery, dem Katalog der Schweizer Hochschulbibliotheken, verzeichnet.

Informationen zu Ă–ffnungszeiten und Rahmenprogramm finden sich hier.